Ich bin kein Makler, möchte aber zu bedenken geben angesichts meiner eigenen Erfahrungen in den Jahren 2025 und 2026:
Beim Augenarzt, Hautarzt, Orthopäden und Neurologen beispielsweise erhalte ich überhaupt nur als Privatversicherter einen Termin. Als gesetzlich Versicherter heißt es, dass kategorisch keine Neupatienten aufgenommen werden. Nur wenn man explizit eine E-Mail an die Praxis schreibt und sagt, dass man privatversichert ist, erhält man einen Termin.
In der Zukunft wird das nicht besser für gesetzlich Versicherte, sondern noch katastrophaler, denn die gesetzliche Krankenversicherung trägt finanziell nichts bei und reduziert auch noch die Leistungen. Ärzte und Krankenhäuser bzw. Radiologien machen mit solchen Patienten einen Verlust. Sie alle sind dringend auf Privatversicherte angewiesen.
Ist es denn finanziell irgendwie möglich, 10 Jahre lang, zumindest bis 65, einfach monatlich 150-350 € oder so in ein ETF-Depot nur für die PKV zu legen? Das könnte man dann langsam entsparen und damit die Beiträge zumindest etwas abpuffern.
Beiträge im Alter
Moderatoren: Rossi, Czauderna, Frank
Re: Beiträge im Alter
puckpuck hat geschrieben:Ist es denn finanziell irgendwie möglich, 10 Jahre lang, zumindest bis 65, einfach monatlich 150-350 € oder so in ein ETF-Depot nur für die PKV zu legen? Das könnte man dann langsam entsparen und damit die Beiträge zumindest etwas abpuffern.
Die Frage ist halt, was bringt das?
Nehmen wir den best cast, 350 EUR pro Monat, 10 Jahre lang. Das sind 42000 EUR.
Mit Zinsen/Rendite je nach Erfolg 50000 bis 70000.
Klingt nach viel Geld, sind aber als "ewige Rente" maximal 300 EUR im Monat.
Klingt auch noch ganz gut.
Aber wenn ich auf meinen eigenen Tarif blicke, der hat sich in den letzten 2 Jahren um über 400 EUR erhöht.
Das ist schon heftig.
Es bleibt also die Wahl zwischen Pest und Cholera: Erhebliche Einschränkungen in der medizinischen Versorgung, oder unkalkulierbare PKV-Beiträge.
Natürlich gibt es Tarifalternativen, aber jede hat einen Haken. Man muss also abwägen, welches Risiko man eingeht. Oder man nimmt halt die Erhöhung hin, so werde ich es wohl - wieder einmal - machen!
Re: Beiträge im Alter
400 € binnen zwei Jahren sind eine Vollkatastrophe, das gleicht einer Bankrotterklärung: Die Versicherung geht unter, wenn es keine immense Finanzspritze der Mitglieder gibt. Schade, dass man sich seine Altersrückstellungen nicht ausbezahlen kann, wenn durch so eine Erhöhung ein Wechsel in die GKV notwendig wird.
Vorteil des ETF-Depots: Falls die PKV im Alter dann so extrem gestiegen ist, dass die unleistbar ist, kann man das Geld verwenden, um ins Ausland umzuziehen. Da notwendige Leistungen vonseiten der GKV in Deutschland bereits jetzt nicht zu erwarten sind, wird es da mit Sicherheit das ein oder andere Land geben, das im Alter dann besser für einen ist. Sobald man krank ist, ist ein Verbleib in Deutschland und der GKV nur dann eine Option, wenn es kein Land gibt, in dem es besser ist. Wie das in 10 bis 30 Jahren sein wird, wird im negativen Sinne spannend.
Vorteil des ETF-Depots: Falls die PKV im Alter dann so extrem gestiegen ist, dass die unleistbar ist, kann man das Geld verwenden, um ins Ausland umzuziehen. Da notwendige Leistungen vonseiten der GKV in Deutschland bereits jetzt nicht zu erwarten sind, wird es da mit Sicherheit das ein oder andere Land geben, das im Alter dann besser für einen ist. Sobald man krank ist, ist ein Verbleib in Deutschland und der GKV nur dann eine Option, wenn es kein Land gibt, in dem es besser ist. Wie das in 10 bis 30 Jahren sein wird, wird im negativen Sinne spannend.
Re: Beiträge im Alter
puckpuck hat geschrieben:Schade, dass man sich seine Altersrückstellungen nicht ausbezahlen kann, wenn durch so eine Erhöhung ein Wechsel in die GKV notwendig wird.
Ein Wechsel von der PKV zurück in die GKV ist per se gar nicht vorgesehen. Es gibt im SGB Konstellationen, die Bürger zu einem Pflichtmitglied der GKV machen. Und nur die Herbeiführung so einer Konstellation macht den Wechsel zurück in die GKV möglich. (Extreme) Beitragserhöhungen im jeweiligen PKV Tarif gehören jedoch keinesfalls dazu.
Bei einem Wechsel von einem PKV Anbieter zu einem anderen kann man auch nur die Rückstellungen bzgl. des Basistarifs "mitnehmen" (aber nur in das neue Kollektiv). Nach dieser Logik müssten dann eigentlich bei Eintritt in die Versicherungspflicht und Rückkehr in die GKV diese Rückstellungen in den Gesundheitsfonds fließen.
puckpuck hat geschrieben:Vorteil des ETF-Depots: Falls die PKV im Alter dann so extrem gestiegen ist, dass die unleistbar ist, kann man das Geld verwenden, um ins Ausland umzuziehen. Da notwendige Leistungen vonseiten der GKV in Deutschland bereits jetzt nicht zu erwarten sind, wird es da mit Sicherheit das ein oder andere Land geben, das im Alter dann besser für einen ist. Sobald man krank ist, ist ein Verbleib in Deutschland und der GKV nur dann eine Option, wenn es kein Land gibt, in dem es besser ist. Wie das in 10 bis 30 Jahren sein wird, wird im negativen Sinne spannend.
Aus meiner Sicht absolut richtig. Daher habe auch ich das ETF-Depot einem Beitragsentlastungstarif vorgezogen. Die Vorteile aus meiner Sicht:
1. bessere Rendite
2. kann flexibel für andere "Projekte" verwendet werden, wie z.B. Umzug, Pufferung bei Gehaltsreduzierung, längerer Auslandsaufenthalt mit geringerem Einkommen
3. ist im Ernstfall (Tod) nicht weg
4. ist verfügbar, wenn man aus Deutschland auswandert
Bei der PKV muss man noch erwähnen, dass es den "Notausgang" Basistarif gibt, der (zumindest nach aktuellen Regeln) einen Deckel nach oben hat.
Was auch ganz oft vergessen wird ist, dass auch die GKV in der Rente nicht umsonst ist. Hat man ein Arbeitsleben lang an der BBG oder darüber verdient hatte und das Glück eine gute Betriebsrente zu haben, dann kann die GKV auch in der KVdR sehr kostenspielig werden. Ich habe im Bekanntenkreis Rentner, die fast den maximalen GKV Satz hinlegen müssen und sich fragen, ob sie in der PKV nicht besser gefahren wären (für die Betriebsrente gibt es keinen Zuschuss von der DRV).
Nebenbei wird oft auch nicht berücksichtigt, dass man im Alter in der GKV immer mehr selbst zuzahlen muss (IGEL, Hilfs- und Heilmittel) und die Zusatzversicherungen, die man haben sollten (Zähne und Krankenhaus) auch noch on top kommen.
Re: Beiträge im Alter
Racer76 hat geschrieben:Es gibt im SGB Konstellationen, die Bürger zu einem Pflichtmitglied der GKV machen. Und nur die Herbeiführung so einer Konstellation macht den Wechsel zurück in die GKV möglich.
Neben der Versicherungspflicht in der GKV gibt es noch zwei weitere Versicherungstatbestände, über die man in die GKV gelangen kann, Familienversicherung (§ 10 SGB V) und die Versicherungsberechtigung (§ 9 SGB V). Also der Wechsel aus der PKV ist nicht nur unter Herbeiführung eines Versicherungspflichttatbestandes möglich.
Re: Beiträge im Alter
Racer76 hat geschrieben:Aus meiner Sicht absolut richtig. Daher habe auch ich das ETF-Depot einem Beitragsentlastungstarif vorgezogen. [...]
Als ich diesen Beitragsentlastungstarif sah, hab ich überhaupt erst angefangen, mich damit zu beschäftigen.
Ich bin, seitdem ich 18 Jahre alt bin, in der PKV. Heute bin ich 33 Jahre alt. Ein gesondertes Depot für die Beitragsentlastung im Alter habe ich aber nie angelegt. Damit habe ich vor Kurzem begonnen, weil ich im Alter nicht mehr verdienen werde als jetzt und mir mit nahezu absoluter Sicherheit die PKV nicht mehr leisten kann, wenn ich kein eigenes Depot dafür habe. Immerhin benötigt man auch noch eine Rente zum Leben.
Re: Beiträge im Alter
Chrischan hat geschrieben:Neben der Versicherungspflicht in der GKV gibt es noch zwei weitere Versicherungstatbestände, über die man in die GKV gelangen kann, Familienversicherung (§ 10 SGB V) und die Versicherungsberechtigung (§ 9 SGB V). Also der Wechsel aus der PKV ist nicht nur unter Herbeiführung eines Versicherungspflichttatbestandes möglich.
Beim Thema Familienversicherung und Teilrente gab es ja ein relativ aktuelles Urteil. Ob das noch zieht, wenn absehbar eine höhere Rente/ein höheres Einkommen ansteht, müsste man sehen. So ich verstanden habe, ist dieser Weg zu, wenn nicht tatsächlich dauerhaft kein eigenes Einkommen zu erwarten ist?
Bleibt noch der Umweg Ausland. Aber da gibt es bestimmt noch den einen oder anderen Weg.
@puckpuck: wenn du jetzt schon seit 15 Jahren in der PKV bist und noch geschätzt 37 Jahre dort verbleibst, müsstest du ja schon alleine durch die vorgeschriebenen 10% Aufschlag ziemlich heftige Altersrückstellungen gebildet haben. Wenn du jetzt noch monatlich die "Ersparnisse" zum GKV Höchstsatz investierst, müsste die PKV im Alter tausende Euros im Monat kosten um nicht mehr bezahlbar zu sein?!?
Re: Beiträge im Alter
puckpuck hat geschrieben:400 € binnen zwei Jahren sind eine Vollkatastrophe, das gleicht einer Bankrotterklärung: Die Versicherung geht unter, wenn es keine immense Finanzspritze der Mitglieder gibt. Schade, dass man sich seine Altersrückstellungen nicht ausbezahlen kann, wenn durch so eine Erhöhung ein Wechsel in die GKV notwendig wird.
Untergehen wird sie nicht. Es ist auch nicht das erste mal das ich extreme Erhöhungen erlebe. Dafür gab es dann auch lange Phasen von mehreren Jahren ohne Erhöhung.
Und es gibt natürlich günstigere Tarife.
Ich wollte nur ausdrücken, wie schwer kalkulierbar das ganze letztlich ist.
Re: Beiträge im Alter
Racer76 hat geschrieben:@puckpuck: wenn du jetzt schon seit 15 Jahren in der PKV bist und noch geschätzt 37 Jahre dort verbleibst, müsstest du ja schon alleine durch die vorgeschriebenen 10% Aufschlag ziemlich heftige Altersrückstellungen gebildet haben.
Früher hat die HanseMerkur den Betrag immer in einem Schreiben "Jährliche Mitteilung zur Höhe des Übertragungswertes" genannt, aber das haben sie aus unerfindlichen Gründen eingestellt. Zum 31.12.2022 betrug der Übertragungswert 10.179 €.
Also ich denke, dass das relativ wenig ist
Re: Beiträge im Alter
Der Übertragungswert ist nur der Teil der Altersrückstellungen, den man rechtlich zu einem neuen PKV Anbieter mitnehmen kann. Ich meine gelesen zu haben, dass es der Teil der Rückstellungen bzgl. des entsprechenden Basistarifs ist. Und dieser Teil dürfte gerade in jungen Jahre deutlich unter den gesamten Altersrückstellungen liegen.
Re: Beiträge im Alter
Da müsste ich wohl mal explizit nachfragen, wie hoch meine Altersrückstellungen sind. Aktuell ignoriert mich die HanseMerkur seit Monaten[1], ich kriege noch nicht einmal mehr einen Versicherungsschein. Ursache unklar, bezahlt hab ich immer pünktlich.
[1] Egal ob E-Mail, Postbrief, per Makler oder über die App. Das einzige was klappt sind die Erstattungen, da brauchen die nur 1 bis 2 Tage.
[1] Egal ob E-Mail, Postbrief, per Makler oder über die App. Das einzige was klappt sind die Erstattungen, da brauchen die nur 1 bis 2 Tage.
Re: Beiträge im Alter
Eigentlich sollte man als Versicherter ein Auskunftsrecht haben. Eventuell hilft ja ein Einwurfeinschreiben mit Fristsetzung? Oder den Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung einschalten. Den wird die Versicherung wohl nicht ignorieren?!?
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 6 Gäste

